Nudeldicke Deern in Kiel

Gestern Abend war Anke Gröner in Kiel und las im Literaturhaus aus ihrem Buch „Nudeldicke Deern“. Schon vorher hatte ich in ihrem Buch und ihrem Blog den einen oder anderen Beitrag gelesen, aber noch nicht komplett, so dass der Abend durchaus Neues für mich bereit hielt.
Anke Gröner las zunächst das Einleitungskapitel ihres Buches, in dem sie zum ersten Mal über sich selbst als Dicke schreibt. Dann folgte eine Ausschnitt über das sog. Foodcoaching. Hier lernte Anke Gröner, dass Essen nichts Schlimmes ist, sondern dass es Spaß machen kann, wenn man es bewußt und mit Genuss tut. Besonders eindrucksvoll fand ich dabei den Satz: „Ich fühle mich satt und glücklich und reich beschenkt.“ So habe ich bisher auch kaum eine Mahlzeit erlebt, auch wenn ich sicher nicht von einer in die nächste Diät springe.
Der darauf folgende Abschnitt über Dicke in der Gesellschaft war etwas dröge, löste aber später in der Diskussion einen kleinen Schlagabtausch über die Berufsgruppe der Orthopäden aus. Der letzte Abschnitt, den Anke Gröner vorlas, war der emotionalste und für mich auch der berührendste. Ja, ich gebe es zu, bei dem folgenden Abschnitt kamen mir die Tränen:
„(…) Ich kenne dich nicht, aber ich gehe fest davon aus, dass du in deinem Leben schon was geschafft hast, auf das du stolz bist. Dein Job? Deine Kinder? Deine Doktorarbeit? Deine Schlumpfsammlung? Es gibt garantiert etwas, was dir gelungen ist und auf das du stolz bist. Ja, verdammt nochmal stolz sein solltest. Definier dich nicht über dein Gewicht, sondern über die wichtigen Dinge, die dein Leben ausmachen.“
Denn ich denke, es ist nicht nur egal wie viel man wiegt, es ist zum Beispiel auch egal, was man arbeitet. Egal, ob man jeden Morgen ins Büro oder die Schule fährt oder sich für Stunden an den heimischen Schreibtisch zur Arbeit begibt, trotzdem ist man ein wichtiger Mensch und das, was man tut ist wichtig. Es ist wichtig für einen selbst.

Nach der Lesung war noch Zeit für eine fast ebenso lange Diskussion, die sich natürlich hauptsächlich ums Essen drehte. Etwas störend fand ich, dass einige Zuschauer meinten, zwischendurch schon gehen zu müssen. Da der Ortsverein der SPD Kiel-Mitte zu dieser Lesung geladen hatte, mussten wir einige Verweise auf die Politik über uns ergehen lassen, auch wenn ich glaube, dass eine gesunde Einstellung zum Essen sicher nicht durch die Politik bestimmt werden kann, sondern im Elternhaus vorgelebt werden muss.
Zum Schluss hat Anke Gröner noch Bücher signiert – meins auch. Dann war dieser spannende Abend mit vielen neuen Gedankenanstößen schon wieder zu Ende.

In diesem Sinne genießt den Tag und Euer Essen!
Herzlichst, Eure
Ms_GoingtoMoon

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Über msgoingtomoon

I am: -> Mother of two kids (Mr Moon-Junior and Miss Venus) -> married to Mr Moon -> mainly a single mother, because Mr Moon is working in Munich at the moment -> a teacher -> working in home office or at school -> interested in music, sports, books and arts -> singing in a choir -> not always patient -> able to shout and to whisper -> ....? Just ask at http://www.formspring.me/msgoingtomoon
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Eine Antwort zu Nudeldicke Deern in Kiel

  1. Anke schreibt:

    Danke fürs Kommen!

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